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  • Von Frau zu Frau

2020 - 12 Frauen - Mai

Aktualisiert: Mai 25

Anja Katharina Haarhoff


In diesem Monat möchte ich Euch die inspirierende und so sympathische Anja Katharina Haarhoff vorstellen. Beschreibe Dich, wo kommst Du her, wo lebst Du, was sind Deine bedeutendsten Eigenschaften? Wie sieht ein typischer Tag von Dir aus?

🍀 Herzlichen Dank Britta, dass ich mich hier zeigen darf!

Ich heiße Anja, bin noch 37 und komme ursprĂŒnglich aus einem kleinen Dorf in Warstein. Mich hat es aber schon frĂŒh in die Stadt gezogen. So habe ich in Dortmund Logistik studiert, in Stuttgart meine Diplomarbeit geschrieben und meinen ersten Job 2008 als SAP Prozessberaterin in Hamburg begonnen. Kurze Zeit spĂ€ter traf ich meinen Partner in Crime. Es war direkt am ersten Tag klar, dass ich diesen Menschen schon sehr lange kenne und irgendetwas hat uns stark verbunden. Somit war nach wenigen Wochen klar, dass ich zu ihm nach MĂŒlheim an der Ruhr ziehe. Da wohnen wir nun seit 11 Jahren und seit knapp 4 Jahren mit unserem wundervollen, energiegeladenen Sohn.


Mein Studium habe ich vor allem mit der Absicht gemacht, spĂ€ter einmal viel Geld zu verdienen. Das habe ich auch, allerdings blieb eins immer aus: die Leidenschaft! Da ich mir das selbst nicht eingestehen wollte, hat eine stark ausgeprĂ€gte Angststörung inkl. Depression mich darauf hingewiesen. Es hat noch Jahre gedauert, bis ich den Schritt gewagt habe und ehrlicher Weise musste mein Sohn erst auf die Welt kommen, dass ich meinem alten Beruf wirklich den RĂŒcken kehren konnte.


Was mir am meisten gefehlt hat, war das Arbeiten MIT Menschen. Ich habe fĂŒr meine Kunden Prozesse optimiert, aber ihr persönliches Leben habe ich damit logischerweise nicht vereinfacht oder schöner gemacht.


In meinem 2. Jahr Elternzeit bin ich ins kalte Wasser gesprungen und habe mich fĂŒr das Network Marketing entschieden. Seitdem ist so viel passiert.


Ich betreibe einen Beauty Blog auf Facebook, bin zertifizierte Visagistin und liebe es mit Frauen zu arbeiten. Sie zu motivieren, zu ermutigen und zu bestÀtigen, dass sie gut sind, wie sie sind und dass sie alles schaffen können, was sie wollen!

Ich habe mich viel mit Persönlichkeitsentwicklung beschĂ€ftigt und bin nun so viel nĂ€her bei mir als je zuvor! Und genau diese Erfahrungen möchte ich gerne an so viele Frauen wie möglich weitergeben. Denn der Weg zur Selbstliebe ist einer der schönsten, den man gehen kann und dadurch verĂ€ndert sich auch so viel im Außen.

Durch den Blog konnte ich es mir leisten, dass ich auch noch das 3. Elternjahr bei meinem Sohn blieb und somit verdammt viel Zeit mit ihm verbringen konnte. DafĂŒr bin ich enorm dankbar!


Seitdem das 3. Elternjahr nun auch rum ist, bin ich Assistenz bei einem (Unternehmens-) Coach und kann dort auch so viel lernen, ĂŒber mich, aber auch ĂŒber das Coaching - denn das ist mein nĂ€chstes Ziel: Coach fĂŒr Frauen werden! Aber eins nach dem anderen :-)


Bei mir gibt es keine typischen Tage, schon gar nicht wĂ€hrend der aktuellen Coronazeit ;-) Aber grundsĂ€tzlich hat mein Tag immer zu wenige Stunden und meine Nacht ĂŒbrigens auch. Ich arbeite sehr gerne, weil ich meine Passion gefunden habe, somit fĂŒhlt es sich gar nicht wie Arbeit an. Manchmal fĂ€llt es mir schwer, die Balance zwischen Job und Kind und natĂŒrlich auch Partnerschaft zu finden. Mein Mann unterstĂŒzt mich in allem bedingungslos, das ist verdammt viel Wert. Wir haben nicht viel Zeit miteinander, weil mein Sohn auch nur wenig Schlaf braucht, aber die Zeit, die wir haben, verbringen wir mit Reden, Lachen und Kuscheln.


Warum bist Du gerne eine Frau?

🍀 Ich bin ehrlich. Ich bin eigentlich noch gar nicht so lange wirklich Frau. Ich war in der Schule schon immer der Kumpeltyp. Hab Baggypants und Turnies dem sĂŒĂŸen Kleidchen vorgezogen und mich auch lieber mit meinen Kumpels getroffen. Aber insgeheim gab es eine große Sehnsucht: ich sah immer diese MĂ€dchen... lange blonde Haare, zierlich, bei den Jungs und MĂ€dchen beliebt... Das war ich nie. Das wollte ich aber irgendwie immer sein.

Heute fĂŒhle ich mich oft so, auch wenn ich immer noch nicht zierlich bin und auch keine langen, blonden Haare habe ;-) Aber ohne arrogant wirken zu wollen: ich werde gemocht und mag mich selbst.

Dabei geht es gar nicht darum, das Topmodel zu sein. Ich bin authentisch, trage mein Herz auf der Zunge und bei mir weiß jeder, woran er ist! Ich wĂ€re sicherlich auch ein toller Mann geworden, aber was mich wirklich stolz sein lĂ€sst, Frau zu sein? Dass mein Körper in der Lage ist, Wunder zu erschaffen. Ein Kind im Bauch zu ernĂ€hren, damit es lebensfĂ€hig wird und es spĂ€ter zu stillen (ich habe ĂŒber 2 Jahre gestillt), damit es NĂ€he, Liebe, Urvertrauen und Nahrung ohne Limit bekommt ist etwas, was mit Worten kaum zu beschreiben ist!

Was ist dein Herzensthema? Was sind Deine Herzensthemen?

🍀 Ich habe es oben bereits erwĂ€hnt. Mein Herzensthema ist, dass Frauen sich in ihrer Haut wohl fĂŒhlen. Dass sie lernen, sich zu akzeptieren. Dass sie lernen, nicht mehr daran kaputt zu gehen, was andere von ihnen denken. Dass sie zu sich stehen können und sich aus tiefsten Herzen selbst lieben. Ich bin selbst noch auf dem Weg und ich weiß gar nicht, ob dieser Weg jemals endet. Aber meine Erfahrungen dabei sind so Gold wert, dass ich sie jeder Frau, die mir begegnet, weitergeben möchte.

Auf was bist Du in Deinem Leben besonders stolz?

🍀 Oh, da gibt es einiges, das wĂŒrde hier den Rahmen sprengen. Aber aus der jĂŒngeren Vergangenheit bin ich natĂŒrlich stolz auf meinen Sohn und auch auf meinen Mann. Und ich bin stolz darauf, dass ich den Weg eingeschlagen habe, den ich aktuell gehe und mich von keinem der Zweifel, die es anfĂ€nglich gab, hab abhalten lassen, weiter zu gehen. Daraus entsteht gerade nicht nur mehr Selbstliebe, sondern vor allem entstehen echte, tiefe Verbindungen zu Freunden aber vor allem auch zu meiner Ursprungsfamilie.


Wo haben es Frauen heute (noch) schwer?

🍀 Nachdem ich letztens das Video von Joko und Klaas gesehen habe, ist eins klar: wir werden viel zu oft als Sexobjekt degradiert. Dabei sind wir so viel mehr! Viel zu viele MĂ€dchen und junge Frauen werden Opfer von sexuellem Missbrauch (ĂŒbrigens leider nicht nur MĂ€dchen! Auch jeder 6. Junge wird bis zum 18. Lebensjahr mind. 1 Mal Opfer sexuellen Missbrauchs) und durch Social Media ist die Art des Missbrauchs nochmal um mind. eine Dimension gewachsen. Mit meiner Arbeit als Bloggerin setze ich auch diesbezĂŒglich ein Zeichen, denn hinter der Firma, mit deren Produkten ich arbeite, steht eine Stiftung, die sich genau mit diesem Thema beschĂ€ftigt.

Desweiteren haben wir es meiner Meinung nach auch durch die Emanzipation schwerer. NatĂŒrlich war und ist diese Bewegung wichtig fĂŒr uns Frauen. Und dennoch bin ich davon ĂŒberzeugt, dass wir uns dadurch auch etwas inÂŽs eigene Fleisch geschnitten haben. Denn Mutter bleiben wir auch, wenn wir einen FĂŒhrungsjob ausĂŒben wollen. Wir bleiben Hausfrau (selbst mit einer Putzfee), wir bleiben Ehefrau und und und... Somit mĂŒssen wir nicht mehr nur die Rolle der Mutter und Partnerin ĂŒbernehmen, sondern eben noch viele weitere, die dann auch noch teils viel schlechter bezahlt und anerkannt werden als bei MĂ€nnern. Ich sage damit jetzt nicht: zurĂŒck an den Herd, aber manchmal denke ich: hach, frĂŒher war das irgendwie bestimmt leichter ;-)

Was möchtest Du anderen Frauen mit auf den Weg geben?

🍀 Das mag jetzt vielleicht auf den ersten Blick hart klingen, aber es ist wirklich life changing: hört auf, anderen die Schuld fĂŒr Eure Situation zu geben! Hört auf, der Vergangenheit die Schuld fĂŒr Euer Tun oder Denken zu geben! Geht raus aus der Opferrolle und kĂŒmmert Euch um Euch selbst! Lasst die Vergangenheit los und kommt in die Selbstwirksamkeit. Solange ich im Außen nach BegrĂŒndungen suche, gebe ich die Kontrolle ab.


NatĂŒrlich kann ich schlimme Erfahrungen leider nicht mehr rĂŒckgĂ€ngig machen. Aber genau aus dem Grund muss ich sie loslassen! Sonst schrenken sie mich ein, mein volles Potential zu entfalten. Sie hemmen mich. Lassen mich Angst spĂŒren. Und wir wissen: Angst ist meist ein eher schlechter Begleiter!



Der beste Nebeneffekt, wenn ich nicht mehr im Außen nach Ausreden suche: ich werde wieder handlungsfĂ€hig und somit Herrin ĂŒber mein Leben! Wie wunderbar ist das dann??

Ich freue mich, wenn ich mich mit Frauen darĂŒber austauschen kann und meine Erfahrungen sie zum nachdenken anregen. Daher: wer das hier liest und sich angesprochen fĂŒhlt, darf sich gern melden!

Danke Dir Britta fĂŒr dieses Interview. Ich bin ganz beseelt, dass ich meine Gedanken zu Deinen Fragen hier teilen durfte.




Vielen Dank fĂŒr das wundervolle Interview und die ehrlichen Worte, liebe Anja Katharina! Du bist so einen spannenden Weg gegangen und bist sicher fĂŒr viele Frauen eine große Inspiration.


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MĂŒlheim an der Ruhr

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by Britta Arndt