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by Britta Arndt 2019

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  • Von Frau zu Frau

2020 - 12 Frauen - Februar

Emily von Freudentränen


In diesem Monat möchte ich Euch die liebe Emily von Freudentränen vorstellen, aber lest selbst: Beschreibe Dich, wo kommst Du her, wo lebst Du, was sind Deine bedeutendsten Eigenschaften? Wie sieht ein typischer Tag von Dir aus?

🍀 Ich heiße Emily Benecke, die meisten nennen mich Emmi, bin 41 Jahre jung und lebe seit nunmehr 5 Jahren in einer traumhaften Dachgeschoss Wohnung mitten in Essen Rüttenscheid. Essen ist aber nur meine Wahlheimat, ursprünglich komme ich aus Krefeld am Niederrhein aber ich fühle mich in Essen pudelwohl und kann sagen, dass ich definitiv angekommen bin. Ich mag das urbane Leben, den Trubel, Samstag auf den Markt gehen, fußläufig viele tolle Restaurants, Cafés und Clubs. Das ist wahrer Luxus für mich. Ich hab nach dem Studium auch mal zwei Jahre im Saarland auf dem platten Land gewohnt. Das war gar nichts für mich.


Ich arbeite seit vielen Jahren bei thyssenkrupp in der Unternehmenskommunikation bzw. im Marketing und bin gerade dabei, mir nebenberuflich ein Business als Rednerin für freie Trauungen/ freie Hochzeiten „Freudentränen – Die Traurednerin“ aufzubauen. Eine absolute Herzensangelegenheit für mich und ein Traum, der schon lange in mir schlummert. Mein Tag ist natürlich sehr bestimmt von der Arbeit in einem Großkonzern, der mittlerweile ja leider in einer großen Krise steckt. Hier mache ich Marketing für die Sparte, die sich mit Chemie-Anlagenbau beschäftigt. Der Tag ist oft sehr getaktet, Meetings, Telefonkonferenzen, Lunch mit den besten Kolleginnen. Abends ist dann Zeit für Sport, Yoga, Badminton und Freunde. Und dann muss ich natürlich auch noch mein Business vorantreiben. Das fühlt sich aber nicht nach Arbeit an. Eher wie ein schönes Hobby, das mich sehr glücklich macht.

Warum bist Du gerne eine Frau?

🍀 Ja ich bin sehr gerne eine Frau. Ich glaube, dass Frauen viele Vorteile im Leben haben, auch wenn manche sagen würden, dass wir noch immer sehr benachteiligt sind in vielen Punkten und das stimmt sicherlich auch. Aber ich möchte trotzdem nicht mit einem Mann tauschen. Frauen sind sehr kommunikativ und emotional, können ihre Gefühle besser ausdrücken und ausleben. Ich höre in vielen Lebenslagen immer auf mein Herz bzw auf mein Gefühl. Männer gehen da oft rationaler vor und wissen gar nicht so recht, was sie fühlen. Und ich liebe es Röcke, Kleider und hohe Schuhe zu tragen, mich zu schminken und mich hübsch zu machen. Da bin ich halt doch ein richtiges Mädchen.



Was ist dein Herzensthema? Was sind Deine Herzensthemen?

🍀 Mein Business als freie Traurednerin ist ein absolutes Herzensthema für mich, das schon lange in mir schlummert, und der richtige Ausgleich zu meiner Arbeit mit den oft sehr nüchternen Ingenieuren im Chemie- Anlagenbau. Als mein Bruder 2005 geheiratet hat, war es eine freie Trauung mit einem freien Redner, die mich total begeistert und fasziniert hat. Es war so persönlich und romantisch und hat mein Mädchenherz sehr berührt. Ich war danach auf sehr vielen Hochzeiten und viele davon waren schön und besonders aber eben nicht so schön wie die freie Trauung meines Bruders.

„Das kann ich auch“ hab ich damals schon gedacht und ich fand den Gedanken toll, auf Hochzeiten die Liebesgeschichten der Brautpaare zu erzählen und dazu beizutragen, dass der Tag für das Brautpaar und für die Gäste sehr besonders und unvergesslich wird. Ich war immer schon hoffnungslos romantisch. Anfang 2019 hab ich meinen Mut zusammen genommen und es einfach gemacht.

Nebenberuflich. Hochzeiten sind ja meistens am Wochenende und das lässt sich gut vereinbaren. Aber es wäre schön, wenn ich mein Business mehr und mehr ausbauen könnte.

Auf was bist Du in Deinem Leben besonders stolz?

🍀 Ich bin nach dem Abitur ganz allein von Krefeld nach Bonn gezogen, um Germanistik zu studieren. Dass diese Idee nicht unbedingt die Beste war und das Studium doch sehr trocken und wenig praxisorientiert war, war mir sehr schnell klar. Anstatt das Studium anzubrechen, habe ich es aber in kürzester Zeit durchgezogen und hatte nach 7 Semestern einen Uniabschluss in der Tasche. Da war ich 22 und die Welt stand mir offen. Darauf bin ich sehr stolz. Später war ich einige Jahre Single und habe mir alles, was ich besitze, selbst geschaffen und erarbeitet ohne fremde Hilfe und ohne Mann. Mit 28 habe ich eine Eigentumswohnung gekauft. Eine gute Entscheidung, die ich nie bereut hab. Auch darauf bin ich sehr stolz. Darüber hinaus habe ich über Jahre meine Freundschaften gehegt und gepflegt. Ganz egal, wie viele Kilometer dazwischen lagen. Alte Freundschaften waren mir immer extrem wichtig und ich kann heute sagen, dass ich einen recht großen und stabilen Freundeskreis habe, wichtige Menschen, auf die ich mich immer verlassen kann. Darauf bin ich auch sehr stolz.



Wo haben es Frauen heute (noch) schwer?

🍀 Ich arbeite seit 15 Jahren in einem Großkonzern, der zu großen Teilen aus Ingenieuren und Ingenieurinnen besteht, ein hoher Prozentsatz sind Männer. Gerade in den oberen Führungsetagen habe ich in den letzten Jahren live miterlebt, wie schwer es immer noch für Frauen ist, hier zu bestehen. Gerade, wenn man Kinder hat, ist eine Führungsverantwortung oder gar ein Posten in der Geschäftsführung oder im Vorstand kaum zu stemmen. Der Druck ist enorm hoch. Man bemüht sich zwar sehr um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aber da ist Deutschland für mich immer noch ein Entwicklungsland. Andere Länder sind da viel weiter. So lange sich das Mindset der Menschen nicht ändert, wird es leider auch schwierig bleiben.


Was möchtest Du anderen Frauen mit auf den Weg geben?

🍀 Lebt euren Traum, glaubt an euch und lasst euch von nichts und niemandem entmutigen oder aus dem Konzept bringen. Das Leben ist zu kurz, um Träume auf später zu verschieben. Man kann alles schaffen, wenn man es nur will.

Außerdem finde ich, dass wir Frauen oft viel zu kritisch mit uns sind, viel zu hart zu uns selbst und uns häufig nicht so viel zutrauen.

Glaubt an euch und seid jeden Tag stolz, auf das, was ihr schon geschafft habt.




Vielen Dank für das wundervolle Interview, liebe Emmi!

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